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Carolin Schneider - Tierheilpraktikerin und Ernährungsberaterin

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2020-05-02

Fischöl

Fischöl wird durch das schonende Erwärmen und Pressen von Fischen gewonnen. Hierzu eignen sich fettreiche Fische wie Lachs, Sardinen, Karpfen und Aale.

Fischl_n.jpgWelche Inhaltsstoffe von Fischöl sind wichtig für unsere Hunde?
Hier sind vor allem die Omega-3-Fettsäuren zu nennen. Omega-3 gilt als eine essentielle Fettsäure, was bedeutet, dass sie nicht vom Körper selbst hergestellt werden kann und daher über die Nahrung zugefüttert werden muss. Zusammen mit den Omega-6 Fettsäuren bilden sie einen wichtigen Anteil in der Ernährung unserer Hunde. Das Verhältnis vom Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren in der Nahrung sollte 4:1 bis 5:1 betragen. Der Bedarf an Omega-6 wird durch das Füttern von Fleisch und Innereien mit Fettanteil gedeckt, weswegen wir Öle mit einem hohen Omega-3 Anteil zufüttern müssen um ein ausgewogenes Verhältnis zu erzielen. Omega-3 Fettsäuren können wir gut über Fischöl zufüttern. Auch Borretsch, Leinsamen- oder Hanföl kommen hier für den Hund in Frage.
Die wichtigsten Omega-3 Fettsäuren für den Hund sind EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). Theoretisch könnten unsere Hunde EPA und DHA aus Alpha-Linolsäure bilden. Allerdings wird davon ausgegangen das die Umwandlungsrate bei Hunden zu gering ist um eine ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren zu gewährleisten.

Doch wozu brauchen unsere Hunde EPA und DHA und was genau bewirkt es im Organismus?
EPA hat viele Funktionen im Hundekörper. Unter anderem beeinflusst EPA die  Blutgerinnung, stärkt das Immunsystem und hilft Entzündungen zu bekämpfen.
DHA wird unbedingt für die Leistung des Gehirns benötigt und es unterstützt die Stoffwechselfunktionen. Schon im Mutterleib hilft DHA bei einer gesunden Entwicklung des Gehirns und der Augen, weswegen man auf eine ausreichende Versorgung der trächtigen Hündin achten sollte. Auch die Welpen sollten ausreichend damit versorgt werden, da sich Gehirn und Augen noch weiter entwickeln. Im Alter dient es zur Leistungserhaltung. Nebenbei unterstützt es noch den Aufbau des Nervengewebes.
Die oben schon erwähnte Alpha-Linolsäure wird im Hundekörper zu DHA und EPA aufgespalten, allerdings lange nicht so effektiv wie bei der direkten Fütterung von EPA und DHA.

Aber was kann Fischöl bei unseren Hunden noch für einen Mehrwert liefern, ausser dass wir es für das richtige Omega-3 Verhältnis brauchen?

- Fellprobleme - Oft weisst struppiges und glanzloses Fell auf einen Mangel von Omega-3 hin. Hier kann Fischöl wieder zu einem schönen und glänzendem Fell verhelfen.
- Schuppenbildung und Haarausfall – Gerade beim Fellwechsel kann Fischöl positiv unterstützen
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen – Omega-3 fördert die Durchblutung und wirkt abtragend auf Ablagerungen in den Blutgefässen.
- Gehirnleistung – Omega-3 fördert die Leistung des Gehirns und kann vor allem bei Senioren zu einer Verbesserung führen.

Inzwischen gibt es mehrere Studien die sich mit der Wirkung von Omega-3 bei Krankheiten beschäftigen. Unter anderem kann Omega-3 z.B. bei folgenden Krankheiten therapeutisch eingesetzt werden:

- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Hauterkrankungen
- Arthrose
- IBD (Inflammatory Bowel Disease)
- chronische Niereninsuffizienz
- Neoplasien

Allerdings ist hier Vorsicht geboten, denn wird Omega-3 therapeutisch eingesetzt muss es höher dosiert werden. Eine zu hohe Dosierung von Omega-3 kann unter anderem zu

- Durchfall
- Schwindel
- Blähungen
- Bauchschmerzen
- schlechtem Atem
- und Gewichtszunahme

führen.

Auch bei sehr empfindlichen Hunden kann es zu diesen Nebenwirkungen kommen. Deshalb gilt bei Fischöl – VIEL HILFT NICHT VIEL – man sollte sich an die passende Dosierung vorsichtig herantasten. Bei eventuell auftretenden Nebenwirkungen sollte man das Fischöl lieber komplett absetzten um zu sehen ob sich die Beschwerden bessern und dann mit einer sehr geringen Dosis erneut starten um zu schauen ob der Hund es verträgt.

Unter welchen Umständen sollte man kein Fischöl verfüttern?

- bei Gabe von Gerinnungshemmern – sollte die Blutgerinnung beeinträchtigt sein sollte man die Gabe von Fischöl mit seinem Tierarzt/THP/Ernährungsberater besprechen.
- Diabetes - bei Menschen wurde nachgewiesen, dass eine höhere Gabe von Omega-3 dazu führte das sich der Diabetes schlechter kontrollieren lies. Deswegen ist auch bei Hunden hier Vorsicht geboten.
- Übergewicht – Ein Teelöffel Fischöl enthält ca. 42 kcal. Vor allem wenn das Fischöl in hohen Dosen therapeutisch eingesetzt werden soll muss darauf geachtet werden, dass das Gewicht nicht zum Problem wird.

Was sollte beim Kauf von Fischöl beachtet werden?
Beim Kauf von Fischöl sollte man auf jeden Fall auf Qualität achten. Am besten wurden zur Herstellung des Öles Fische aus nachhaltigem Wildfang verwendet, denn diese haben in ihrer natürlichen Umgebung Omega-3-reiche Algen verzehrt, was den Omega-3-Gehalt im Fischöl erhöht. Das Öl sollte, mit Ausnahme von Vitamin E, frei von Zusatzstoffen sein. Einem guten Fischöl ist Vitamin E zugesetzt, denn neben seiner Eigenschaft das Öl länger haltbar zu machen, wird es vom Hundekörper gebraucht um das Öl richtig aufnehmen und verwerten zu können. Ausserdem ist es entzündungshemmend und schützt die Zellen. Vitamin E kann sich auch unter dem Begriff (Alpha-)Tocopherol oder E307 verbergen. Natürlichem Vitamin E wird ein „D“ vorangestellt, synthetischem „DL“. Des Weiteren sollte das Fischöl in einer dunklen braunen Glas- oder Plastikflasche abgefüllt sein.

Wie lange ist Fischöl haltbar?
Fischöl dem Vitamin E zugesetzt und das kühl und dunkel gelagert wurde, ist  ca. 2-3 Monate ab dem ersten Öffnen haltbar. Sobald die Flasche geöffnet wurde beginnt der Oxidationsprozess, der das Öl nach einer Weile schlecht werden lässt. Empfehlenswert wäre es nur soviel zu kaufen, wie man in ca. einem Monat aufbrauchen kann. Auch sollte man jedes Mal vor dem Verfüttern kurz an der Flasche riechen. Riecht das Öl unangenehm nach faulem Fisch ist es nicht mehr gut und sollte entsorgt werden. Ranziges Fischöl schadet mehr als dass es nutzt.

Dosierung:
ca. 1 Esslöffel pro 10 kg Hund

Wer es genauer möchte, dosiert nach dem Gehalt von EPA soweit angegeben. Hier kann auch auf die Gabe von Fischölkapseln für den Menschen zurück gegriffen werden. Allerdings sind diese wesentlich teurer.
5 kg – 100 mg
10 kg – 170 mg
20 kg – 280 mg
30 kg – 380 mg
40 kg – 470 mg

Generell gilt, dass man sich bei Fischöl langsam an die perfekte Dosierung herantasten sollte um keine unerwünschten Nebenwirkungen hervorzurufen.

Kann man Lebertran statt Fischöl verwenden?
Nein, Lebertran wird aus der Leber von Fischen gewonnen und hat deshalb einen sehr hohen Anteil an Vitamin A und Vitamin D. Beide Vitamine sind bei einer Überdosierung schädlich. Deswegen ist Lebertran weder als Ersatz für Fischöl anzusehen noch kann er den Fettanteil im Fleisch ersetzten. Unter gewissen Umständen kann es sinnvoll sein Lebertran zu geben. Dieser sollte aber auf jeden Fall korrekt dosiert werden.

© Carolin Schneider - InuTe

Carolin Schneider - 13:49:18 | Kommentar hinzufügen

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